
Bauen aus Erfahrung
MAUSS - ein Unternehmen mit Geschichte
Hans Mauss

Die Geschichte von MAUSS beginnt am 6. Oktober 1887 in Erlangen. An diesem Tag erhält der Maurermeister Johann Michael Mauss das Bürgerrecht der Stadt, da er - wie man im Stadtarchiv Erlangen nachlesen kann - das „Maurergewerbe selbständig betreiben wird“; Mauss ist gegründet.
Geboren wurde Johann Michael Mauss, genannt Hans, am 12. November 1859 in Erlangen. Nach einer Ausbildung an der Nürnberger Bauschule wagt er mit erst 17 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit.
Mehrere Jahre lang arbeitet Hans Mauss für das Stadtbauamt Erlangen, bevor er für kurze Zeit die Geschäftsführung der Firma Bauer übernimmt. Als selbstständiger Baumeister erwirbt sich der gelernte Maurer schnell einen sehr guten Ruf und zählt zu den angesehensten Erlanger Geschäftsleuten. Private Auftraggeber wie die Baumwollspinnerei Erlangen oder die Vereinigten Physikalisch-Mechanischen Werkstätten Reiniger, Gebbert & Schall sichern sich seine Dienste ebenso wie die Stadt, das Landbauamt oder die Universität.
Hans Mauss stirbt mit nur 53 Jahren am 20. März 1913 nach einer schweren Krankheit.
Besondere Bauvorhaben (1887 bis 1913):
- Marie-Therese-Schule, Schillerstraße
- Untersuchungsanstalt für Nahrungs- und Genussmittel, Henkestraße
- Universitäts-Frauenklinik, Universitätsstraße
- Bayerische Staatsbank, Calvinstraße
Jean Mauss

Nach dem frühen Tod seines Vaters übernimmt 1913 Jean Mauss mit gerade 23 Jahren das Unternehmen MAUSS. Das Bauunternehmen ist inzwischen auf rund 100 Mitarbeiter angewachsen und betreut Großaufträge wie den Neubau der Baumwollspinnerei Erlangen und der Bayerischen Staatsbank. Jean Mauss führt die Geschäfte seines Vaters mit großem Erfolg weiter - bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges. Als Jean Mauss eine schwere Gasvergiftung erleidet, übernimmt die Witwe von Hans Mauss die Geschäftsführung in den schwierigen Jahren während und nach dem Weltkrieg, geprägt von Inflation und wirtschaftlichen Krisen. Das Unternehmen MAUSS übersteht auch diese Zeit und beginnt - inzwischen wieder unter der Leitung von Jean Mauss - erneut zu wachsen. 1937 wird das 50. Firmenjubiläum gefeiert, zusammen mit 600 Mitarbeitern. Doch der Zweite Weltkrieg macht alle Erfolge zunichte. Viele Mitarbeiter verlieren ihr Leben, Maschinen, Fahrzeuge und Geräte gehen in den Wirren des Krieges verloren oder werden zerstört. Am 30. Mai 1944 fällt Jean Mauss.
Besondere Bauvorhaben (1913 bis 1944):
- HNO-Klinik, Waldstraße
- Studentenhaus, Langemarckplatz
- „Gossen“-Verwaltungsgebäude, Nägelsbachstraße
- Siemens-Reiniger-Gebäude, Gebbertstraße (inzwischen abgerissen)
Robert Daeschler

Nach Kriegsende steht die Firma MAUSS vor einem Neubeginn: Lediglich ein Kompressor ist übrig geblieben, nur wenige Mitarbeiter kehren aus Krieg und Gefangenschaft zurück. Anfangs weiß der knapp 31-jährige Schwiegersohn von Jean Mauss, Robert Daeschler, nicht, wie er die Löhne bezahlen soll. Doch dank Wirtschaftsaufschwung und disziplinierter Führung geht es mit dem Betrieb rasch aufwärts. Robert Daeschler wird zur zentralen Figur des Erlanger Baugeschehens, unterstützt von seiner Schwägerin Elisabeth Mauss, der Tochter von Jean Mauss.
In den 60er und 70er Jahren werden neue Geschäftsfelder gesucht und neue Firmen gegründet oder gekauft (1963 GBG Großtafelbau, 1971 con-centra-bau, 1975 BCC Nigeria Ltd. in Lagos, 1977 Dörken & Fröhlich). Eine Erfolgsgeschichte wird vor allem das Bauträgergeschäft, das mit dem MAUSS-Fertighaus Ende der 60er Jahre beginnt und vor allem Anfang der 80er Jahre mit dem Bauherrenmodell einen Höhepunkt erlebt. Das legendäre R 690 und andere Reihen- und Doppelhäuser wurden damals in vielen Landkreisgemeinden errichtet. In diese Zeit fällt auch die Gründung der GVV Gebäude-, Vermietungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG (1980).
Neben seiner Tätigkeit bei MAUSS engagiert sich Robert Daeschler in der Erlanger Kulturszene als Vorstand des Gemeinnützigen Theater- und Konzertvereins Erlangen e.V. Bis 1981 ist er Obermeister der Bauinnung und als Präsidiumsmitglied des Landesverbandes Bayerische Bauinnungen (LBB) außerdem für die Tarif- und Sozialpolitik verantwortlich, über Jahre führt er dort den Bundesausschuss Leistungslohn.
1982 zieht sich Robert Daeschler aus der Geschäftsleitung zurück, bleibt aber bis Ende der 90er Jahre Gesellschafter bei MAUSS. Am 8. August 2004 stirbt Robert Daeschler im Alter von 89 Jahren.
Besondere Ehrungen:
1979 Bundesverdienstkreuz am Bande
1981 Goldene Verdienstmedaille des Deutschen Baugewerbeverbandes
1981 Ehrenring des Landesverbandes baugewerblicher Unternehmer Bayern e.V.
1981 Bürgermedaille der Stadt Erlangen
Besondere Bauvorhaben (1948 bis 1982):
- Universitäts-Kinderklinik und Bettenhaus sowie mehrere Gebäude der technischen Fakultät
- Siemens Bürohäuser, Schuhstraße und Sieboldstraße sowie etliche Gebäude im Forschungszentrum, Paul-Gossen-Straße
- Sparkasse Hugenottenplatz
- Rathaus, Neuer Markt
- Waldkrankenhaus, Rathsberger Straße
- Verwaltungsgebäude Erlanger Stadtwerke, Äußere Brucker Straße
- Markuskirche und St. Theresia in Sieglitzhof sowie Thomaskirche
- Hochhaus am Plärrer in Nürnberg
Reinhard Daeschler

Seit 1982 steht Reinhard Daeschler an der Spitze des Familienunternehmens. Während in der Vergangenheit jeweils der Tod der Firmenleiter zur frühzeitigen Geschäftsübernahme zwang, war der Übergang von der 3. zur 4. Generation wohl vorbereitet. Reinhard Daeschler hatte genügend Zeit, sich an der TU München das nötige Wissen und bei befreundeten Betrieben und im Ausland die erforderlichen Kenntnisse anzueignen.
Schwerpunkte des Unternehmens bleiben auch unter seiner Führung der Hoch- und Tiefbau, der Schlüsselfertigbau wird bei MAUSS integriert und das Bauträgergeschäft um Eigentumswohnungen erweitert. Bauen im Bestand - jahrzehntelang eine Erfolgsgeschichte mit der „Gruppe Reichel“ - wird mit dem Angebot von schlüsselfertiger Badsanierung durch die Komfort-Bau (bis 2004) ausgeweitet.
Im Zuge der Wiedervereinigung wird mit Jenoptik die MAUSS Jena Bau gegründet und ein Baukombinat in Nauen bei Berlin übernommen (MAUSS BAU Nauen). Für wenige Monate gibt es außerdem eine Niederlassung in Prag. Aus all diesen Aktivitäten zieht sich MAUSS aber bereits Mitte der 90er Jahre wieder zurück, da der erwünschte Erfolg ausbleibt.
Eine Erfolgsgeschichte ist die Konzeption und der Bau von Seniorenwohnzentren, die anfangs mit FAZIT (1995 bis 2000) realisiert werden und danach mit sontowski & partner im gemeinsamen Unternehmen BayernCare. Erfolgreich läuft auch die Kooperation HBP (Hausbauparter Wohnbau GmbH & Co. KG), die 1998 mit sontowski & partner gegründet wird. Unter diesem Namen errichtet MAUSS als Bauträger Doppel- und Reihenhäuser in kosten- und flächensparender Bauweise insbesondere für junge Familien. 2004 folgte die Gründung von Vorrath Wohnen, an der MAUSS zur Hälfte beteiligt ist. Schwerpunkt ist der Bau von Häusern und Wohnungen mit gehobenem Standard.
Der Geschäftsbereich Betonsanierung, den MAUSS seit 2000 intensiv betreibt, wird im August 2002 in die 100%ige Tochter MBS (MAUSS Beton- und Bauwerksanierung) eingebracht. Gemeinsam mit der Fürther RegionalKonzept GmbH entwickelt MAUSS seit 2000 außerdem Objekte für die öffentliche Hand, die als Stiftung, Fonds oder PPP-Modelle finanziert werden.
Von Beginn an hat Reinhard Daeschler weitere Geschäftsführer an seiner Seite: Gerd Lücking (bis 2005) und Hartmut Sauer (bis 1996). Bis 2007 unterstützen ihn Gerhard Hamper, Harald Neubarth und Stefan Schulz. 2007 tritt Reinhard Daeschler als Geschäftsführer zurück - Geschäftsführer sind Harald Neubarth für die Bereiche Bauträger/Projektentwicklung und Stefan Schulz für den Rohbau und den schlüsselfertigen Bereich - bleibt aber zusammen mit Gerhard Hamper und Christoph Wildenauer als Prokurist im erweiterten Geschäftsleitungs-Kreis. Seit 1981 ist Reinhard Daeschler in verschiedenen Wirtschaftsorganisationen ehrenamtlich tätig.
Als Obermeister der Bauinnung Erlangen (1986 bis 2005), Vorstand und Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit (1990 bis 2003), Kreishandwerksmeister, Präsidiumsmitglied des LBB und Mitglied der Tarifverhandlungskommission des Baugewerbes war und ist Reinhard Daeschler ehrenamtlich tätig, u. a. als Obermeister der Bauinnung Erlangen (1986 bis 2005), Vorstand und Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit (1990 bis 2003), Kreishandwerksmeister (1990 bis 2008), Vorstand und Präsidiumsmitglied des LBB (seit 1996) und Mitglied der Tarifverhandlungs-kommission des Baugewerbes (seit 1999). 2005 gründet Reinhard Daeschler mit seiner Familie die MAUSS-Daeschler-Stiftung mit einem Grundstock-vermögen von 307.000 Euro zur Förderung von Kunst, Wissenschaft, Naturschutz und sozialen Einrichtungen. Ende 2008 wird die Stifung von Reinhard Daeschler auf 507.000 Euro aufgestockt. 2009 überträgt Reinhard Daeschler die Mehrheit der Gesellschaftsanteile an seine Tochter Sofia.
Besondere Ehrungen:
2002 Bundesverdienstkreuz am Bande
2002 Silberne Verdienstmedaille des LBB
2003 Qualitätspreis für MAUSS, überreicht durch den Bayerischen
Wirtschaftsminister Otto Wiesheu in München
2008 Ehrenmeister der Kreishandwerkerschaft Erlangen
2008 Bürgermedaille der Stadt Erlangen
Besondere Bauvorhaben (1982 bis heute):
- Nürnberger Versicherung, Sanierung LGA-Gebäude, Verwaltungsgebäude Nunnenbeckstraße sowie Hochhaus Ostendstraße, alle in Nürnberg
- Messe Nürnberg, Neubau CCN sowie zwei Messehallen
- Sanierung Neuer Markt, Rathaus, CineStar und Sparkasse Hugenottenplatz, alle in Erlangen
- Siemens Med-Fabrik, Röthelheimpark
- OBI in Erlangen und in Höchstadt
- Playmobil Fun-Park, Zirndorf
- GEWOBAU Erlangen, schlüsselfertige Sanierung von Mehrfamilienhäusern
- PUMA Plaza, Herzogenaurach


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