Berufsbildungsausschuss zu Gast bei MAUSS in Erlangen
„Betreten der Baustelle erwünscht.“
Mit diesem Spruch wirbt das Erlanger Bauunternehmen MAUSS, dessen Geschäftsführer Reinhard Daeschler ist, neue Azubis. Offensichtlich ist die Firma damit erfolgreich: 32 Lehrlinge in verschiedenen Jahrgängen und Berufen gab es hier 2010. Der Berufsbildungsausschuss der Handwerkskammer für Mittelfranken stattete dem Unternehmen deswegen nun einen Besuch ab.
„Das Betreten der Baustelle ist sogar dringend erwünscht", fügt Rainer Hutter dem Slogan hinzu. Er ist bei dem seit 1887 bestehenden Traditionsunternehmen für die Betreuung der Lehrlinge im gewerblichen Bereich zuständig – also für diejenigen, die Handwerksberufe lernen. Gemeinsam mit Markus Wildenauer, der die kaufmännischen Azubis betreut, stellte er den interessierten Besuchern die Ausbildungstätigkeit des Unternehmens vor.
„Wir bilden nur so viele junge Leute aus, wie wir auch übernehmen können“, sagt Wildenauer. Vier Ausbildungsberufe hat MAUSS im Angebot – drei davon sind handwerklich: Stahlbetonbauer, Maurer und Kanalbauer. Einige Besonderheiten gibt es zudem: Beispielsweise teilt das Unternehmen die dreijährige Ausbildungszeit in zwei Teile, etwa beim Maurerberuf: Der erste Vertrag endet nach zwei Jahren mit dem Hochbaufacharbeiter, anschließend setzen die Lehrlinge ein Jahr drauf und schließen ihre Ausbildung als Maurer ab.
Übernahmequote von 80 Prozent
Der Vorteil dieser Variante? Selbst wenn ein Lehrling aus irgendeinem Grund nach zwei Dritteln seine Ausbildungszeit beenden will oder muss, steht er nicht ohne Perspektive da. Und wer am Ende seinen Gesellenbrief in der Hand hält, hat ohnehin gute Chancen, weiterhin bei MAUSS zu arbeiten. „Wir haben eine Übernahmequote von 80 Prozent“, sagt Hutter.
Doch auch Hutter weiß, wie schwierig es inzwischen für die Handwerksbetriebe ist, passende Lehrlinge zu finden. Er „pflegt“ und fördert darum die Azubis. Zudem denkt er darüber nach, ein Verbundstudium anzubieten, um auch Abiturienten ins Handwerk zu locken. Und er betont: „Wer bei uns vor der Ausbildung eine Schnupperlehre oder ein Praktikum machen will, ist immer willkommen.“
Eine weitere Besonderheit der Firma durften die Mitglieder des Berufsbil-dungsausschusses mit eigenen Augen sehen: die hausinterne Ausbildungswerkstatt. Hier mauern Lehrlinge, gießen Beton und dürfen viele andere Dinge ausprobieren, die sie auf der „echten“ Baustelle vielleicht nicht im Alleingang durchführen könnten. Es herrschen eine gute Atmosphäre und ein freundlicher Umgangston, die jun-gen Leute sind konzentriert bei der Sache.
Die Gäste zeigten sich vom Ausbildungskonzept des Bauunternehmens beeindruckt und folgten der Führung über das Gelände sehr interessiert. „Unsere Lehrlinge bauen zum Beispiel die Planhäuser, die auf der Baustelle zum Einsatz kommen“, erklärt Reinhard Gebhardt, Leiter der Lehrwerkstatt. Die hölzernen Hütten schützen dort die Baupläne vor Wind und Wetter.
Mit auf die Baustelle
Doch natürlich dürfen die Lehrlinge neben der Berufsschule, der Arbeit in der Lehrwerkstatt und der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung im Bil-dungszentrum der Handwerkskammer auch mit auf die Baustellen fahren. Damit morgens alle pünktlich dort eintreffen, gibt es einen Bus-Service für die Mitarbeiter. „Schlecht ist es nur, wenn der Lehrling vergisst, dem Busfahrer zu sagen, wenn er nicht da ist“, sagt Hutter. „Dann warten nämlich alle vergeblich.“ Doch auch da weiß der Ausbilder „seine“ Azubis zur Zuverlässigkeit zu erziehen. Er hat schließlich ein Interesse daran, sie zu behalten: „Solange MAUSS Auszubildende hat, haben wir keinen Fachkräftemangel.“
Quelle: Handwerkskammer für Mittelfranken
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